DIGITAL DETOX I- kein Trend, sondern ein wichtiger Baustein moderner Selbstfürsorge in einer Welt der Dauerablenkung

Wie die ständige Online Verfügbarkeit und Social Media Konsum unser seelisches Wohlbefinden beeinflussen und warum ich mich bewusst für ein Leben fast ohne entschieden habe.
ZAHLEN, FAKTEN UND DIE RASANTE ENTWICKLUNG ZUR MASSENDROGE
4,5 Stunden täglich....ist nicht nur die Angabe der halben Arbeitszeit der meisten von uns... . 4,5 Stunden täglich verbrachten 18-19jährige Jugendliche 2025 täglich an ihrem Smartphone. (JIM-Studie 2025, Befragung von 1.200 Jugendlichen zw. 12 und 19 Jahren, hier gehts zur Studie: https://mpfs.de/studie/jim-studie-2025/). Bei einer glücklichen Lebenserwartung von rund 4.000 Wochen, etwa 750 davon auf einen elektronischen Bildschirm zu starren oder bei einer durchs. Lebenserwartung von 63 Jahren, ein sattes Viertel, finde ich schon ziemlich verbratene Lebenszeit, ich weiß nicht wie es euch da geht? Könnte man auch in echte Begegnungen mit Natur und Mensch investieren! Die Tendenz an Bildschirmzeit ist steigend, schließlich befeuern ständig neue Apps und Kanäle wie TikTok und Temu-Shopping die Nutzungsdauer und versuchen mit perfiden Mitteln und Strategien die User bei Laune- oder besser: am Handy zu halten.
Am 9. Jänner 2007 launchte Apple das erste Iphone und revolutionierte damit nicht nur die Welt der Mobiltelefone. Kaum ein technologischer Fortschritt hat unseren Alltag so rasant und grundlegend verändert wie das Smartphone. War das Mobiltelefon bis vor gerade mal zwanzig Jahren vor allem ein Gerät zum Telefonieren und Kurznachrichten schreiben, begann mit der Erfindung des Smartphones eine Entwicklung, die unser Medienverhalten - und wie sich später herausstellen sollte - unser gesamtes (Sozial-) Verhalten, grundlegend veränderte. In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts erkennt man im Sozial- und Kommunikationsverhalten von Menschen, die ein Leben davor kennen und jungen Menschen, die keine Kindheit ohne Smartphone vorweisen können, eklatante Unterschiede.
Das rechteckige Ding, das in jede Hosentasche passt, "verbindet" uns Menschen auf der ganzen Welt 24/7, liefert alle erdenklichen Informationen innerhalb von Sekunden und macht uns den Alltag oft einfacher. Wir müssen auf Ausflügen nicht mehr vom Rad steigen und eine unhandliche Karte auspacken, um die Route zu finden (tatsächlich erst diese Woche so beobachtet) oder Fremde nach dem Weg fragen. Was in mir unweigerlich sofort Zweifel aufkommen lässt, ob dieses Gerät tatsächlich "verbindet"...im Sinne von menschlicher Verbindung oder Unterstützung. Wir können uns Kochrezepte über Apps direkt auf unseren Küchengeräten anzeigen lassen, schon mal das Auto vorheizen, bevor wir nach einem winterlich langen Arbeitstag einsteigen, oder über Alexa das neueste Gadget auf Amazon bestellen, weil wir glauben, dass es uns zu unserem ganz persönlichen Glück noch fehlt- frei Haus innerhalb von 24h. Ja, viele von uns wirken ohne Smartphone gänzlich lebensunfähig, halten es keinen Tag ohne Mobiltelefon aus. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass Menschen, die in die Arbeit pendeln, noch mal nach Hause gefahren sind (und eine erhebliche Strecke auf sich genommen haben), weil sie das Handy vergessen hatten und es eben keinen halben Tag mehr ohne geht.

In der 20jährigen Weiterentwicklung des Smartphones dämmert es den Menschen langsam, dass alles im Leben aus 2 Seiten der Medaille besteht und wir nicht nur das Smartphone nutzen, sondern es leider auch uns. Die Macht dieses kleinen Dings, das am 9. Jänner 2007 das Licht der Welt erblickte, wurde unterschätzt. Das Smartphone hat eine neue Lebensrealität erschaffen und eine Kultur der ständigen Erreichbarkeit. Nachrichten, Benachrichtigungen, Likes und neue Inhalte tragen wir vom Aufstehen bis zum Einschlafen in der eigenen Hosentasche, nur einen Handgriff entfernt, jederzeit verfügbar. Laut JIM-Studie 2025 sind drei von zehn Jugendlichen morgens unausgeschlafen, weil sie bis spät nachts am Scrollen waren. Die FOMO ist eben groß mitten in der Nacht den nächsten viralen Trend auf Social Media zu verpassen und dann in der Peergroup nicht mitreden zu können. Denn was bisher unerwähnt blieb: durch das Smartphone bekam die Erfindung Marc Zuckerbergs aus dem Jahr 2004, ein ursprünglich studentisches soziales Netzwerk und quasi die Mutter aller Sozialen Medien, eine Weltbühne. Heute sind Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok (meiner Meinung nach das Übel allen Übels unter Social Media) zu festen Bestandteilen des Alltags, vor allem junger Menschen geworden. Marc Zuckerberg herrscht mittlerweile in einem Konzern namens Meta und "brainwashed" - nationale und internationale Gesetzgebung oft nicht so genau nehmend - eine ganze Generation durch Dauerbeschallung mit oft fragwürdigen und schädlichen Inhalten über Whatsapp, Instagram und Facebook (=Meta). Nur bei TikTok hat er seine Finger noch nicht im Spiel. Auch bei seinen eigenen Kindern übt er sich in Zurückhaltung, weil zu "harmful" (schädlich)?! Die Grenzen zwischen Sozialen Medien und Konsumplattform sind längst aufgehoben. (TikTok=Temu) Alle setzen sie auf die quasi gleichen kapitalistischen Mechanismen zur Nutzerbindung: immer kürzere, schnellere und stärkere Inhalte durch Algorithmen, die Nutzer innerhalb von Minuten komplett durchschauen, auf maximale Aufmerksamkeit optimiert- also das was eine(n) 14jährigen bis 3 Uhr nachts auf einen blauen Bildschirm starren lässt, statt zu schlafen und zu regenerieren.
Längst ist das Smartphone nicht mehr nur Kommunikationsmittel, das in vielen Bereichen unseren Alltag erleichtert. Es dient der Unterhaltung, als Nachrichtenquelle, Lexikon, Übersetzer, Einkaufszentrum, "sozialer" Treffpunkt (was hätten wir im Lockdown ohne getan?!) und Arbeitswerkzeug zugleich. Für die meisten von uns (nicht nur Jugendliche) ist es zentraler und ständiger Begleiter im Alltag. Die JIM-Studie 2025 zeigt wenig überraschend, dass fast alle erfassten Jugendlichen (ab 12 Jahren) ein Handy besaßen, das von 98 Prozent täglich benutzt wird. 89 Prozent der Jugendlichen sind täglich online. Das Durchschnittsalter von Kindern, wenn sie das erste Smartphone bekommen, beträgt heute 9 Jahre.

Ja, digitaler Fortschritt hat seine Vorteile, doch kommt es stark auf die Nutzerskills an, als wie hilfreich sich Werkzeuge für unser Leben erweisen oder ob wir uns damit - wie ein ungeübter Koch - die Finger verbrennen. Die Zahl der Menschen, die sich bewusst für einen reduzierten oder sogar vollständigen Verzicht digitaler Medien entscheiden, oder Smartphone freie Zeiten (Detox) einlegen, wächst. Warum auch ich schon vor etlichen Jahren den meisten gängigen Social Media Plattformen den Rücken gekehrt habe, wie ich welche Plattformen noch nutze und welche Auswirkungen die unachtsame digitale Dauerpräsenz und vor allem die Berieselung durch Social Media auf unsere Psyche haben können, möchte ich in diesem Beitrag beleuchten. Das meiste ist bestimmt nicht neu, Ziel eines jeden meiner Beiträge ist, die Awareness zu erhöhen für Themen, die unser psychisches Wohlbefinden negativ beeinflussen und Wege aufzuzeigen, wie uns ein gutes Leben gelingen kann.
Vom nützlichen Begleiter zur digitalen Abhängigkeit? - Warum sprechen wir 20 Jahre nach Erfindung des Smartphones von einer "Droge"?

Zwischen Dopamin und Dauer-Scrollen: Die Psychologie hinter Social Media
Das offizielle Diagnose-Handbuch für psychische Erkrankungen, das ICD-11, beinhaltet noch keine eigenständige Diagnose für Social Media Sucht. Da es aber gerade in Zusammenhang mit der Nutzung von Social Media immer mehr Betroffene gibt, die ganz klar Symptome einer Suchterkrankung zeigen, spricht man offiziell verallgemeinernd von Mediensucht (Quelle Sozialministerium). Weniger geläufig ist die Bezeichnung soziale Netzwerke-Nutzungsstörung. Immer häufiger wird diese sogenannte substanzungebundene Sucht als behandlungsbedürftige Verhaltenssucht anerkannt, wobei sich in der Diagnostik auf Kriterien bereits geläufigerer Süchte wie: Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und negative Auswirkungen auf den Alltag, gestützt wird. All diese Symptome zeigen sich bei einer krankheitswertigen Nutzung von SM (Social Media) jedenfalls.
Doch warum ist die Gefahr der Abhängigkeit gerade bei der Nutzung von Social Media und Shopping Apps von Ultra-Fastfashion Anbietern wie Temu und Shein so groß? Nun, wer glaubt, Marc Zuckerberg würde den monetären Erfolg der Plattformen einem Zufall überlassen irrt natürlich gewaltig. Hinter den Kulissen wird eine Herrschar an Professionisten wie Psychologen, Verhaltensforscher, Designer und Datenanalysten beschäftigt, die nur ein Ziel kennen: die Plattformen so zu gestalten, dass sie die Aufmerksamkeit der User möglichst lange bindet, denn je länger wir online sind, desto mehr Werbung kann gezeigt werden und desto profitabler wird die Plattform. Weniger mit Werbung als mit Glücks- und Unterhaltungsspielen versuchen Shopping-Apps unsere wertvolle Zeit zu rauben. Das Prinzip ist immer das gleiche: neue Inhalte, Kommentare, Likes und Gewinne funktionieren nach dem Prinzip der variablen Belohnung. Dabei weiß der User nie genau, wann der nächste positive Reiz in Form eines Likes, netten Kommentars oder einer Gewinnchance erscheint. Er bleibt also dran.....lange dran, in vielen Fällen viel zu lange dran...! Total obsessed vom nächsten Dopamin-Kick kann man das damit einhergehende Verhalten als Suchtverhalten einordnen.
Aus neurobiologischer Perspektive : Was in unserem Gehirn passiert, wenn wir durch Social Media scrollen

Jedes Like und jede neue Benachrichtigung in den sozialen Netzwerken befeuert unseren Nucleus Accumbens, unser Belohnungssystem. Es wird durch die Aufmerksamkeit, die wir erhalten, aktiviert. Dabei wird der Botenstoff Dopamin, besser bekannt als "Glückshormon", ausgeschüttet, das mit Motivation, Erwartung und Belohnung verbunden ist. Die Krux dabei: unser Gehirn gewöhnt sich leider rasant an diese ständigen Reize und will immer häufiger und in kürzeren Abständen immer mehr dieser Impulse, die unseren Organismus glücklich machen. Unser Gehirn hat bald gelernt, dass das Smartphone in die Hand zu nehmen und eine App zu öffnen die süße Belohnung verheißt und wir uns kurz "high" fühlen werden. Der Griff zum Gerät wird zum Automatismus. Kurze Momente der Ruhe oder Langeweile werden zunehmend schwerer auszuhalten. Stattdessen erfolgt der reflexartige Griff zum Smartphone, auch wenn sich nichts wirklich neues getanhat, seit wir das letzte Mal den Bildschirm entsperrt haben. Bis zu 84 Mal am Tag greifen Menschen zum Handy und ich bin da - obwohl ich kaum SM nutze - in bestimmten Situationen und Tagesverfassungen keine Ausnahme. Die Kombination aus schlechtem Wetter und Freizeit lässt mich vermutlich mehr als 84 Mal am Tag zum Handy greifen, mein Verhängnis: Vinted. Und auch hier hat der erbarmungslose Algorithmus bereits die Herrschaft übernommen. Merkt sich genau, was man liked, beobachtet und eventuell gewillt ist zu kaufen und schlägt immer neue, interessante Produkte vor. Willkommen im Rabbit Hole des Algorithmus. So kann man Lebenszeit auch verplempern ...brrrrrr........ .
Gerade für Kinder und Jugendliche ist der süchtig machende Aufbau der Apps, egal ob Social Media oder Shopping-Apps, besonders verhängnisvoll. Wichtige Bereiche des Gehirns, insbesondere jene, zuständig für Impulskontrolle und Selbstregulation, befinden sich noch in der Entwicklung. Daher ist diese Gruppe besonders anfällig für die ausgeklügelten Mechanismen dieser allein Profit orientierten Plattformen. Das Wohlergehen der Nutzer ist den Marionetten im Silicon Valley herzlich egal. Und die, die noch einen Funken an Gewissen haben, haben längst das Handtuch geworfen und betätigen sich heute als Whistleblower....
Das Prinzip der unvorhersehbaren Belohnung
Dieses Prinzip ist besonders wirksam, da wir nie genau wissen, was uns erwartet, wenn wir unseren Bildschirm entsperren und wir eine App öffnen.
Hat jemand mein Bild geliked?
Ist eine interessante Nachricht eingetroffen?
Gibt es neue Inhalte?
Hat jemand auf meinen Beitrag reagiert?
Genau diese Unvorhersehbarkeit sorgt für die ständige Wiederholung: Handy in die Hand - entsperren - App öffnen - Feed checken. Es ist wie bei Spielautomaten im Casino: nicht jeder Versuch wird belohnt aber vielleicht haben wir beim nächsten Mal Glück. Wir bleiben bei der Stange oder eben auf der Plattform.
Endloses Scrollen und Autoplay
Früher tat man sich schwer, wenn die Rede war von "Unendlichkeit". Ich kann mich noch sehr gut an den Mathematikunterricht erinnern, wo mein Lehrer regelmäßig an mir verzweifelt ist, weil ich schwer verstand, was ich mir nicht vorstellen konnte. Hätte es damals schon Newsfeeds, Timelines oder FYPs (For You Page) gegeben, ich hätte genau gewusst, was mit Unendlichkeit gemeint ist :D. All diese Plattformen, egal ob SM oder Shopping Apps, haben keinen natürlichen Endpunkt mehr. Ich sage mehr, weil das Instagram Vol.1 (aus 2013) einen solchen sehr wohl hatte. Dann kam der Algorithmus und machte es möglich 24/7 immer neue Inhalte geliefert zu bekommen. Inhalte werden permanent nachgeladen - unendlich halt. Früher hat man ein Buch zugemacht oder den TV abgedreht. Heute gibt es für unser Gehirn kein Signal des Aufhörens, kein STOP-Schild mehr. Es braucht genug Selbstreflexion, um sich sein eigenes inneres Stop-Schild zu schaffen und sich dieses mit Übung immer wieder vor das innere Auge zu halten. Viele junge Menschen besitzen schlichtweg noch nicht die Reife dafür bzw. wissen es nicht besser, weil es ihnen keiner beibringt.
Soziale Bedürfnisse als Verstärker
Eines der menschlichen Grundbedürfnisse ist Verbundenheit. Wir sehnen uns nach Verbindung, wollen dazugehören und anerkannt werden, so wie wir sind. Natürlich wissen auch die schlauen Psychologen im Silicon Valley von den urmenschlichen Bedürfnissen und nutzen dieses Wissen für die Funktionsweise der Plattformen. Denn Likes, Follower und Kommentare sind nichts anderes als Aufmerksamkeit und werden zu digitalen Symbolen sozialer Anerkennung. Bei Facebook wird kein Unterschied gemacht, ob ich die Person persönlich kenne oder noch nie gesehen habe - wir sind alle "Freunde" und haben uns im besten Falle alle furchtbar lieb. Besonders Jugendliche reagieren mitunter empfindlich auf Rückmeldungen bzw. wenn diese ausbleiben. Es reicht oft schon, wenn ein Bild wenige Likes bekommt, dass junge Menschen ihr ganzes Sein in Frage stellen und sie depressive Symptome entwickeln. Die Pubertät ist eine besonders verletzliche Phase, in der man sich selbst mehr als üblich in Frage stellt. Das Selbstwertgefühl ist in keiner der Lebensphasen fragiler, es ist die Entwicklungsstufe der Identitätsfindung. Sich das Bedürfnis der Verbundenheit überwiegend oder zumindest ausgleichend, auf analogen Wegen zu erfüllen, statt ausschließlich im digitalen Raum, wo überall süchtig machende Versuchungen lauern, ist sicher ratsam. Darauf lässt auch folgendes Experiment schließen (Soviel zum Sucht Potenzial Sozialer Medien und echter, analoger Verbundenheit):
Forscher ließen Ratten in Isolation zwischen reinem und mit Morphium versetzten Wasser wählen. Man ging davon aus, dass die Ratten das Morphium bevorzugen und schließlich ihrer Sucht erliegen würden. Ein paar der Morphium süchtigen Ratten wurden aus der Isolationshaft der Käfige in einen "Ratenpark" verlegt, wo sie mit anderen Ratten spielerisch interagieren konnten. Die Suchterscheinungen bei diesen Ratten verschwanden augenblicklich.
"Das Gegenteil von Sucht ist nicht Nüchternheit, sondern Verbundenheit." (Johann Hari)
Was sagt uns das? Vielleicht, dass wir weniger von dem tun, was uns schadet, wenn wir unsere Zeit mit Dingen füllen, die uns gut tun!

Gewohnheit statt bewusste Entscheidung
Irgendwann ist der Griff zum Handy, der x-fache Check des E-Mail-Postfaches usw. so reflexartig wie das Augenblinzeln. Auch mir geht es so. Ich nehme mein Handy vor allem in folgenden Situationen in die Hand (Ausnahme: morgens beim Aufwachen und bei Wartezeiten schaue ich eher blöd in der Gegend rum) und damit bin ich eine von vielen:
bei Wartezeiten,
bei Langeweile,
bei unangenehmen Gefühlen,
morgens direkt nach dem Aufwachen,
abends vor dem Einschlafen.
Wann wird Nutzerverhalten problematisch?
Nicht jede Nutzung ist automatisch eine Sucht. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen:
die Kontrolle über ihre Nutzungsdauer verlieren
sich ohne Smartphone unruhig fühlen
wichtige Aufgaben vernachlässigen
Schlafprobleme entwickeln
soziale Kontakte oder Hobbys reduzieren
trotz negativer Folgen nicht weniger konsumieren können
Wohlgemerkt geht es hier um die Entwicklung suchtartigen Verhaltens, die Nutzung von SM im Speziellen birgt viele Gefahren mehr. Der technologische Fortschritt ist per se nicht das Problem. Hätte der Mensch keinen Erfindergeist und wäre nicht beseelt von Kreativität, würde er gegenüber neuen Dingen nicht aufgeschlossen sein. Wir würden immer noch Monate lang in Pferdekutschen von A nach B reisen, mit Öllampen die Nacht ausleuchten, Brieftauben versenden, in der Hoffnung, dass sich keine verirrt oder stirbt und ja, wir selbst nicht an einer Krankheit sterben, die heute entweder als ausgerottet gilt oder heilbar. Niemand will diesbezüglich in der Zeit zurück. Es sind die perfiden, psychologischen Mechanismen, die auf den Plattformen Foul Play betreiben und unsere Aufmerksamkeit möglichst lange fesseln um profitabel zu sein. Es muss uns klar sein, dass es nur einen Gewinner gibt bei diesem Spiel, wenn wir nicht lernen, achtsam mit all diesen Dingen umzugehen: die Betreiber der digitalen Angebote. Wir müssen Achtsamkeit entwickeln und lernen, wie uns Fortschritt wieder nutzen kann und wir nicht zu seinem Sklaven verkommen. Wie sieht es aus, wenn wir uns zu Leibeigenen all der digitalen Angebote machen? Und wie kann es uns gelingen, sie so anzuwenden, dass sie uns nützen statt uns zu schaden?
Immer erreichbar, selten bei uns selbst: Die Folgen für unsere mentale Gesundheit
Rund um die Uhr erreichbar zu sein und der exzessive Konsum sozialer Medien verändern nicht nur unser Interaktionsverhalten mit anderen Menschen, sie beeinflussen auch nachweislich unsere mentale Konstitution. Entscheidend ist dabei wieder weniger die Technologie selbst, als vielmehr die Art und Intensität der Nutzung. Ich selbst verstehe unter "exzessiv" jedenfalls, wenn man viele andere Teilbereiche seines Lebens zurückstellt und die eigene Nutzung anfängt, alles was einem wichtig ist und gut tut, zu verdrängen. Permanente Verfügbarkeit, auch nach Arbeitsende, die Flut an täglicher Information, für deren ordentliche Verarbeitung das menschliche Gehirn biologisch einfach nicht gemacht ist und der unentwegte soziale Vergleich, können unser psychisches Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen. Social Media soll Inspirationsquelle sein und Verbindung schaffen. Doch der Algorithmus hat andere Absichten, Absichten, die - wie seine kurze Geschichte zeigt - wenig humanistisch sind. Durch ihn treffen wir auf Gleichgesinnte, es entstehen Blasen, wo wir auf Zustimmung stoßen, zu Interessen und Verhaltensweisen, die uns schaden. Es trifft wieder einmal am stärksten vulnerable Gruppen von Menschen, die sich aufgrund ihrer Entwicklung mit Abgrenzung und Reflexion noch schwer tun, gerade eine Krise durchmachen o.Ä..
Zahlreiche Untersuchungen zeigen heute die Zusammenhänge zwischen exzessiver, digitaler Nutzung und psychischen Belastungen. Zu den häufig diskutierten Folgen gehören:

erhöhte Stressbelastung
Konzentrationsprobleme
Schlafstörungen
gesteigerte Ängstlichkeit
vermindertes Selbstwertgefühl
soziale Vergleichsprozesse
Gefühle von Einsamkeit trotz ständiger Vernetzung....
bis hin zu krankheitswertigen psychischen Symptomen
1. Chronischer Stress durch ständige Erreichbarkeit
Ob berufliche E-Mails am Abend, WhatsApp-Nachrichten am Wochenende oder Benachrichtigungen rund um die Uhr. Permanente Erreichbarkeit hält unser Gehirn in einem Zustand erhöhter Aufmerksamkeit (=Alarmbereitschaft), schließlich könnte jederzeit etwas passieren (in Form einer neuen Benachrichtigung o.Ä). Selbst wenn wir gerade nicht arbeiten, bleibt ein Teil unserer Aufmerksamkeit bei möglichen Nachrichten oder Anrufen. Dabei fragen wir uns nicht, ob das was uns eventuell erreicht, tatsächlich wichtig ist. Viele Menschen haben das Gefühl, jederzeit reagieren zu müssen, oft artet dieser Drang dann sogar in zwanghaftes Verhalten aus. Die Folge: Der Körper schüttet vermehrt die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus, echte Erholung fällt schwer und das Risiko für Erschöpfung oder Burnout steigt.
2. Konzentrationsprobleme und mentale Erschöpfung
Jede Benachrichtigung, auf die wir reagieren, jeder Anruf, den wir entgegennehmen, jede Nachricht, die wir beantworten, jedes Video oder Foto, das wir kommentieren, unterbricht unsere Aufmerksamkeit und Konzentration auf die Tätigkeit mit der wir gerade beschäftigt sind. Studien zeigen, dass unser Gehirn nach einer Unterbrechung oft mehrere Minuten benötigt, um wieder vollständig in eine Aufgabe einzutauchen. Dieses ständige Wechseln zwischen Aufgaben – auch als "Task Switching" bezeichnet – kostet unserem "Oberstüberl" eine Unmenge an Energie. Genau deshalb fühlen sich viele am Ende eines Tages (geistig) erschöpft, obwohl sie scheinbar "nur" am Computer oder Smartphone gearbeitet haben bzw. es tatsächlich ein Tag war, an dem die Summe an Aufgaben leicht zu bewältigen gewesen wäre. Wäre, wie sich dieser Konjunktiv anfühlt, weiß ich aus eigener Erfahrung. Technologie soll eigentlich unseren Arbeitstag erleichtern, blöd nur, wenn der Arbeitgeber beschließt, dass er dafür kein Geld ausgeben möchte. So wurde meine Büroarbeit fallweise im Minutentakt von Telefonaten unterbrochen. Statt Chatbots und KI gesteuerte Sprachboxen überforderte Mitarbeiter, die überdurchschnittlich viele Krankentage anhäuften - so kann man Geld auch verbraten! Ein Beispiel wie ein zu wenig an sinnvoll eingesetzter Technologie schadet. Die Berufsgruppe der Lebens- und Sozialberater ist im Kontext des beruflichen Gesundheitsmanagements genau dazu da: Solche Fallstricke in Unternehmen zu eruieren und Awareness zu schaffen für Fehlentscheidungen und deren Dominoeffekte und natürlich für die Etablierung einer Arbeitsweise, die der Gesundheit der Mitarbeiter nicht schadet.
"Wir können uns nur noch für acht statt zwölf Sekunden pro Aufmerksamkeitsobjekt konzentrieren, kürzer als ein Goldfisch!"
3. Schlafstörungen
Viele Menschen nutzen ihr Smartphone bis kurz vor dem Einschlafen oder greifen nachts danach. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, mir wieder einen Wecker zuzulegen, weshalb mein Telefon als Wecker fungiert und griffbereit neben meinem Bett liegt-wie bei so vielen. Doch das blaue Bildschirmlicht hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Nachrichten, Videos oder Diskussionen regen das Gehirn emotional an, worst case: Die Benachrichtigungseinstellungen für zahlreiche Apps sind alle auf "on". Wie man da zu gesunder Nachtruhe finden soll ist mir unbegreiflich. Die Folgen, wenn man sich das Smartphone mit ins Bett nimmt, können Einschlafprobleme, eine schlechtere Schlafqualität und Müdigkeit am nächsten Tag sein. Dass die Leistungsfähigkeit signifikant abnimmt, wenn man ständig mit Müdigkeit kämpft, erklärt sich dann von selbst.
4. Sozialer Vergleich und sinkendes Selbstwertgefühl
Den ständigen Vergleich mit dem scheinbar perfekten Leben anderer, halte ich für besonders problematisch. Follower auf Social Media sehen Fragmente aus dem Leben derer, denen sie folgen. Heute folgen Menschen in den SM weniger Freunden, Ex-Schulkollegen, Familienmitgliedern oder Studienkollegen. Es ist vor allem das scheinbar extraordinary Leben der Influencer, neudeutsch: Content Creators, das interessiert. Followerzahlen sind ihre Währung, sie verdienen Geld mit unserer Aufmerksamkeit und deren Absichten sind andere, als Austausch und echte Verbindung. Follower sehen lediglich ein 30 Sekunden Reel oder ein Video in dem 24 Stunden bis eine ganze Woche Leben auf 15 Minuten "gecrashed" werden. Fast ausschließlich dreht sich der Content um Dinge, die den Influencern das Leben versüßen wie: Urlaub, Shopping, Retreats, diverse fancy Partys etc. während man sich selbst trotz 9/5 Job bei steigenden Preisen immer weniger leisten kann. Follower bekommen den Eindruck, das Leben der Influencer bestünde nur aus "Candy-Rosa Tütü-Peace for everyone"- Momenten. Völlig weltfremd und gaaanz weit weg von der eigenen Lebensrealität. Des unterbezahlten, stressigen 9/5 Jobs, der Probleme in der Partnerschaft und mit den Kindern, des Kampfes mit dem eigenen Übergewicht und der schlechten Haut, der unheilbaren Erkrankung der Mutter .....kurz: des echten Lebens. Herausforderungen, Krisen und alltägliche Schwierigkeiten bleiben meistens unsichtbar für Follower und haben in der Onlinewelt kaum Platz. Aufnahmen, in denen sich Influencer bei Tränenausbrüchen und völlig verzweifelt filmen und psychische Erkrankungen wie Depressionen medienwirksam öffentlich machen, wirken weniger glaubwürdig als inszeniert, zumal Betroffenen von Depressionen für gewöhnlich wenig danach ist, sich bei einem Zusammenbruch, einer Panikattacke etc. eine Kamera ins Gesicht zu halten. Mir persönlich ist das Argument, man teile solche Inhalte für eine Entstigmatisierung oder Sensibilisierung für psychisches Leiden, zu flach. Am Ende spült die Inszenierung von Katastrophen und Dramen Geld in die Kassen der CC. Die Gefolgschaft ist währenddessen damit beschäftigt, die rar ausgewählten, werbewirksamen Glücksmomente oder die Privatklinik am See (wo man sein Burnout vom vielen influencen auskurriert, gratis gegen Werbung auf SM versteht sich) mit dem eigenen Alltag zu vergleichen. Dieser ungesunde Vergleich mit unrealistischen, verfälschten Inhalten kann zu einer Lebensunzufriedenheit führen, das Selbstwertgefühl schwächen und Depressionen begünstigen.
5.Angst, nicht zu genügen - die zerstörerische Endlosspirale des "nie genug" privat wie beruflich
Die fortschreitende Digitalisierung und die dazugehörigen digitalen Work Tools, haben es vielen von uns ermöglicht, bequem von zu Hause zu arbeiten, Arbeitswege zu sparen und im Stau unnötig Zeit und Nerven zu verbraten. Sie ermöglichen uns die leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch bringt uns die Möglichkeit des Remote Arbeitens tatsächlich all diese Benefits? Ja, aber eben auch Gefahren! - Schließlich hat alles im Leben zwei Seiten. Um genauer zu sein: es kommt auf das Individuum an, inwieweit Vor- bzw. Nachteile überwiegen. Denn mit der Möglichkeit, nicht tagtäglich physisch im Office präsent sein zu müssen, stieg für viele der Druck, für den Arbeitgeber ununterbrochen erreichbar zu sein. Wir haben uns Notebook und dienstliches Smartphone in die eigenen vier Wände gebracht und damit sind die Grenzen zwischen Arbeitstag - Feierabend und Freizeit schleichend verblasst. Auch ausserhalb unserer Arbeitszeit hören wir jetzt die Benachrichtigung am Diensthandy, mit der uns der Kollege daran erinnern möchte, dass ein wichtiger Abgabetermin ansteht oder der Chef leider ganz dringend noch was braucht, was er in den 8 Stunden unserer offiziellen Verfügbarkeit leider vergessen hat uns mitzuteilen. Natürlich ist es eine Frage der Persönlichkeit, ob jemand sich schuldig fühlt und ein schlechtes Gewissen bekommt, für so etwas Profanes und vor allem Legitimes, wie sein Diensthandy zum Schlafengehen abzuschalten. Doch Viele haben Angst um ihren Job und setzen deshalb keine gesunden Grenzen. Folge: unser System ist ständig "on alert" und verlernt irgendwann wirklich wieder runterzukommen. Die Nachwehe ist Chronischer Stress mit massiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Neben den digitalen Technologien unserer Arbeitswelt füllt Social Media unsere Freizeit wenig sparsam mit Inhalten, die uns zuverlässig daran erinnern, wie unser Zuhause, unsere Körper, ein idealer lifestyyyyyle eben, aussehen sollten. Ist man nach einem langen Arbeitstag noch nicht gestresst, ist man es allerspätestens dann - wenn man eiiiiiigentlich - durch ein wenig Scrollen durch die Sozialen Medien - runterkommen wollte. Über die SM lassen wir uns quasi konstant damit beschallen, was der Rest der Menschheit - außer wir selbst- scheinbar so mühelos hinbekommt. Karrieren und finanzielle Freiheit über Nacht, dazu noch die wohlerzogenen Kinder, ein Haus, ein Affe und ein Pferd, oder eben Hund und Katz und ich sehe, während ich mein eigenes Unternehmen gründe und Kinder erziehe, auch noch aus wie ein Victoria Secret Engel. Also ich weiß nicht, ob es irgendjemanden anders geht als mir, als ich noch Teil dieser Instagram-Bubble war und somit Konsumentin solcher Inhalte: Ich fühlte mich schlecht, unzureichend, schlechter- Repeat! Bis ich die Echtheit hinterfragte und den Zirkus der Selbstoptimierung ein für alle Mal aus meiner Welt und die Apps von meinem Smartphone gelöscht habe. Vorgreifend kann ich sagen, dass ich z.B. beruflich noch LinkedIn nutze und selbst hier nerven mich diese Selbstdarstellung und immer höher und weiter Gesinnung. Was hat das alles wirklich mit sozial zu tun frag ich mich...
Selbstoptimierung wohin das Auge schaut! Mittlerweile werden wir über bunte, bewegte Bilder darüber aufgeklärt, was unsere Kinder zum Schulstart davor bewahrt, gleich mal als Außenseiter abgestempelt zu werden. In sogenannten "Hauls", die es selbstverständlich ganz Konsumismus like für so gut wie jeden Anlass gibt (Backtoschool-Hauls, im Ernst?!) ist die Botschaft klar: Besitzt du all das, bist du wertvoll, tust du es nicht, gilt Umgekehrtes. Das kann Eltern in finanzielle Bedrängnis bringen und führt beim jungen Publikum nicht selten zu ausgewachsener Kaufsucht. Denn ja, die meistens noch minderjährigen Jugendlichen können die Konsequenzen schlichtweg schlechter abschätzen. SHEIN-Hauls zu den absurdesten Themen (see: deconstructed iced Latte deliveries) heizen den Überkonsum immer weiter an, was nicht nur katastrophale Auswirkungen auf unsere finanzielle Situation haben kann, sondern auch auf die Umwelt hat. Bei meiner Recherche zu diesem Beitrag sah ich das Video einer Popup-Store Eröffnung der Kosmetikmarke Rhode (den jungen sagt das bestimmt alles, mir Anfangs nichts). Hier waren junge Mädchen quasi zu Allem bereit, um an ein neues Produkt der gehypten, von Hailey Bieber ins Leben gerufenen Marke, zu kommen. Die Mädchen legten selbstschädigendes Verhalten an den Tag, als ginge es um Leben oder Tod. Haben oder nicht haben = sein oder nicht sein, war schon immer das Credo kapitalistischer Systeme und zu nichts anderem sind diese Plattformen verkommen. Überwiegend wird auf die Unsicherheit junger Teenager gesetzt, die Vulnerabilität, die diese Lebensspanne mit sich bringt wird schamlos ausgenutzt. Indem man mit ausgeklügelten Strategien vermittelt "you are not good enough" aber wir hätten da was (in Form von ziiiiiiiiiiiiiiiiiiiiig Produkten) für dich und deinen Selbstwert. Dann kannst du ein #Cleangirl sein wie Hailey Bieber oder ein #Coolgirl wie Caroline Besset-Kennedy (beides Erfindungen von SM und mir bis zur Recherche zu diesem Beitrag völlig unbekannt). Hauptsache du bist nicht mehr du selbst because: "That´s not right, not good enough." Und in Dauerschleife die Erzählung was attraktiv und schön sei und wie und mit welchen Produkten zu erreichen. Recht viel antifeministischer könnte ein System ebenso nicht sein, right? Vermutlich fühle ich mich deshalb in diesem Habitat besonders unwohl... .
Ob ich es für richtig halte, dass nicht geschäftsfähigen Jugendlichen solche Inhalte zugänglich sind? - NEIN. Ob ich für ein Social Media Verbot für unter 16jährige wie in Australien bin?- JA. Ob ich es generell für unsinnig halte, dass unter 12jährige ein Smartphone brauchen?- mit Sicherheit. Und PUNKT (das Stöhnen so mancher Eltern klingt jetzt gerade in meinen Ohren begleitet von dem Satz: Aber,.....du hast ja keine Ahnung,.....das arme Kind).
Genau, das arme Kind...früh digitale Devices zur Unterhaltung heranzuziehen ist nicht nur für mich tatsächlich Körperverletzung. Es ist längst keine theoretische Annahme mehr, sondern gut untersucht und wissenschaftlich untermauert: das Gehirn unter Zehnjähriger ist noch so wenig entwickelt, dass jede Nutzung von SM und Smartphone Schäden auf Lebenszeit anrichtet. Eltern, die hier noch versuchen dagegen zu argumentieren, fehlt es schlicht an Aufklärung. Das Gefühl nicht zu genügen und der Drang zur Selbstoptimierung kommt nicht nur in Form einer Flut von Kaufempfehlungen für Bekleidung, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln, exklusiver Urlaube etc... . Längst scheint SM ein Monopol auf die Definition von "schön" und "attraktiv" in Bezug auf unsere Körper zu haben. Kurz versuchte eine #bodypositivity Bewegung in den SM gegenzusteuern. Designer schickten "curvy" Modells auf den Laufsteg und junge Mädchen konnten schwesterlich aus einem Potpourri an Rolemodels wählen. Dann kam Ozempic, die erste Abnehmspritze auf den Markt. Der Rest oder besser die Körpervielfalt in den Medien war Geschichte (eine kurze). Die Annahme, anders auszusehen als die Norm uns vorgibt, geht einher mit einem Gefühl vollkommenen Versagens und Wertlosigkeit. Schließlich entwickelt man den innigen Wunsch, genau so aussehen zu wollen, wie scheinbar "alle" (auf SM) aussehen. Dies führt dazu, dass viele eine verzerrte Wahrnehmung ihres eigenen Körpers entwickeln und treibt Menschen in die Essstörung. Essstörungen, das sei in aller Deutlichkeit gesagt, sind lebensbedrohende Erkrankungen und können zum Tod führen. Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, finden Betroffene in Interessensgruppen, die ihnen der Algorithmus vorschlägt - very krank. In sogenannten "Pro-Ana" (für Anorexie) oder "Pro-Mia" (für Bulimia) Gruppen werden Essstörungen weiter als Lifestyle verherrlicht. Betroffene bekommen Zuspruch und werden in ihren lebensbedrohenden Vorhaben regelrecht angefeuert. In diesem Fall sind die Inhalte der Sozialen Medien weder inspirierend noch optimierend, sondern lebensgefährlich. Antisocial Media würde es besser treffen.

6. Angst, etwas zu verpassen (FOMO)
Die sogenannte Fear of Missing Out (FOMO) beschreibt die Sorge, wichtige Ereignisse, Informationen oder soziale Aktivitäten zu verpassen. Diese Angst führt dazu, dass Menschen ihr Smartphone immer häufiger kontrollieren – oft ohne konkreten Anlass. Das verstärkt wiederum den digitalen Konsum und erschwert es, bewusst abzuschalten. Diese Angst hat auch zur Folge, dass wir andere Bereiche unseres Lebens beginnen, zu vernachlässigen, schließlich hat jeder Tag nur 24 Stunden. Dies führt zu...
6. Mehr Einsamkeit trotz ständiger Vernetzung
Trotz beinahe ununterbrochener digitaler Kommunikation fühlen sich immer mehr Menschen einsam. Sicher können auch digitale Kontakte bereichern, sind aber kein Substitut für persönliche Begegnungen und sollten keinesfalls Face to Face Begegnungen vollständig ersetzen. Tiefgründige Gespräche, gemeinsames Erleben oder nonverbale Kommunikation lassen sich online nur begrenzt nachbilden.
Je mehr Zeit soziale Medien echte Begegnungen verdrängen, desto größer kann das Gefühl sozialer Isolation werden.

7. Reizüberflutung und innere Unruhe
Nachrichten, Werbung, Videos, Podcasts, Messenger und soziale Netzwerke konkurrieren permanent um unsere Aufmerksamkeit. Unser Gehirn ist evolutionär jedoch nicht darauf ausgelegt, täglich Tausende von Informationen zu verarbeiten. Die Folgen können sein:
innere Unruhe
Gereiztheit
das Gefühl permanenter Überforderung
Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen...
Viele Menschen empfinden Stille oder Langeweile inzwischen als unangenehm – weil sie es gewohnt sind, jeden freien Moment mit digitalen Reizen zu füllen.
8. Weniger Achtsamkeit im Hier und Jetzt
Wer ständig zum Smartphone greift, erlebt viele Momente nur noch nebenbei. Das Gespräch mit Freunden wird von Benachrichtigungen unterbrochen, beim Spaziergang wandert der Blick aufs Display, im Urlaub wird das perfekte Foto wichtiger als der eigentliche Moment. So entsteht das Gefühl, zwar ständig beschäftigt zu sein, aber das eigene Leben weniger bewusst wahrzunehmen.
Mit dem Smartphone als ständiger Begleiter, entsteht das Gefühl ständig <<busy>> zu sein, aber das eigene Leben wird weniger bewusst wahrgenommen.
9. Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen
Die Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen einer sehr intensiven Nutzung sozialer Medien und geringerem psychischem Wohlbefinden bis hin zu einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen wie:
Depressionen
Angststörungen
Schlafstörungen
chronischen Stress (Burnout)
Körperwahrnehmungsstörung
Esstörungen &
Suchterkrankungen: Spielsucht, Kaufsucht,...
!!
Wichtig ist dabei: Social Media ist in der Regel nicht die alleinige Ursache psychischer Erkrankungen. Vielmehr kann exzessive Nutzung bestehende Belastungen verstärken oder ungünstige Entwicklungen begünstigen. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit bereits bestehenden psychischen Belastungen.
1o. Die Auswirkungen auf die, die für Nachschub und Dauerbeschallung sorgen - Wie ist es eigentlich um die Gesundheit der Influencer bestellt?
Influencer sind auch nur Menschen, wer hätte das gedacht? Ironie bei Seite. Was für die Nutzer digitaler Devices und die Konsumenten Sozialer Medien gilt, gilt auch für die, die den Content für diese Plattformen liefern. Wenn wir nicht gut auf uns selbst aufpassen, kann sich das schwerwiegend auf unser psychisches Wohlbefinden auswirken. Wohl keinem Leser wird mein ironischer Unterton entgehen in Bezug auf die Selbstdarstellung der Content Creators. Für die tränenreiche Inszenierung/ den Versuch die Follower davon zu überzeugen, dass sie eine(r) von ihnen sind (auch unser Leben ist nicht Sorgen frei, auch wir haben Probleme) habe ich nichts anders übrig. Ich halte es für ein priviligiertes Leben auf die Art und Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wie es Influencer tun. Wenig Aufwand (das fängt schon bei den Grundvoraussetzungen von Talent, Können und Bildung an) - vs. maximale Wirkung (Verdienst) im Vergleich zu anderen beruflichen Lebensrealitäten. Ich kann mir vorstellen, dass unter einer Akkumulation ungünstiger Vorraussetzungen (Persönlichkeit, Charakter, Erziehung, Alter,...etc...) der Druck abzuliefern, beginnt, alle Privilegien zu überschatten. Gerade weil man damit seinen Lebensunterhalt verdient und seine Existenz vom stetigen Content Produzieren abhängt, zerbrechen Influencer an diesem Druck, ergo werden krank.

Es werden intimste Momente des Lebens geteilt, in der Hoffnung auf noch mehr Aufmerksamkeit und noch mehr Follower, die schließlich die Währung schlechthin sind und mich für lukrative Werbepartner interessant machen. Ich sehe, wie auch die Grenzen anderer überschritten, Persönlichkeitsrechte verletzt und die Intimsphäre missachtet werden. Das Smartphone ist im Kreissaal dabei und hält fest, wie der eigene Nachwuchs den ersten Schrei macht. Für meine Gefolgschaft, ein Plus an potenziellen Werbepartnern und vor allem die Ewigkeit - das Netz vergisst nicht. Bis auf den Moment in 20 Jahren, wo mich meine Kollegin auf das Video meiner Geburt anspricht, das sie letztens im Netz gesehen hat. Meine absolute Horrorvorstellung.
Diejenigen, die damit ihr Geld verdienen, kämpfen mit denselben psychischen Belastungen wie die Konsumenten. Sie sind ausgebrannt - Social Media Fatique lautet das neue Krankheitsphänomen. Ein sehr krasser Fall, der weit über ein Burnout eines Content Creators hinausgeht: Ein Youtuber starb vor laufender Kamera an körperlicher Erschöpfung und Schlafentzug. Vor seinem Tod hatte er 22 Stunden ununterbrochen gestreamt und seine Follower rund um die Ohr mit Content versorgt, aus Angst morgen irrelevant zu sein und seine gesamte Existenzgrundlage zu verlieren - wenn sich der Mensch zur Ware macht! Deshalb ist es so wichtig Bescheid zu wissen, über Selbstfürsorge und wie man gesund bleibt und dennoch Konsumieren kann oder damit Geld verdient. Das Wissen dazu wird in Beratung & Coaching vermittelt und einige Beispiele in diesem Beitrag erwähnt. Doch in der Weite des digitalen Kosmos lauern noch andere Gefahren. Ein kleiner Abstecher zum gesellschaftlichen Impact, den die Digitalisierung, insbesondere die Sozialen Medien, auf die Gesellschaft haben...:
"Internetsucht, Social Media Fatique verbunden mit einem Sich-Verlieren im digitalen Raum, sind neue Krankheiten in einer globalisierten Welt."
Gefahren jenseits unserer psychischen Gesundheit - Algorithmen, Rabbit Holes, Filterblasen und die Gefahr der Radikalisierung
Die Digitalisierung hat unsere Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten grundlegend verändert. Sie hat Wissen demokratisiert, Kommunikation vereinfacht und Innovation ermöglicht. Gleichzeitig bringt sie Herausforderungen mit sich, die weit über die individuelle Bildschirmzeit hinausgehen. Besonders soziale Medien und digitale Plattformen beeinflussen zunehmend, wie wir denken, lernen, kommunizieren und miteinander umgehen. Viele dieser Entwicklungen sind subtil – ihre Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft sind jedoch tiefgreifend.
Inhalte, die wir in den sozialen Medien gezeigt bekommen, wählen wir leider längst nicht mehr selbst aus. Algorithmen analysieren unser Userverhalten in den SM: Welche Beiträge sehen wir uns besonders lange oder wiederholt an? Was ist deren Inhalt? Wo hinterlassen wir Likes oder Comments? Auf diesen Analysen basieren die Inhalte, die wir gezeigt bekommen. Dabei wird auf Inhalte gesetzt, die starke Emotionen auslösen, uns quasi fesseln. Ob sie tatsächlich wichtig sind für uns, geschweige denn ob sie uns gut tun, diese Fragen stellen sich Algorithmen nicht. Einziges Ziel: Wir sollen möglichst lange auf Plattformen verweilen. Dabei wird die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, immer mehr durch diese personalisierten Inhalte geprägt. Wird unsere Wahrnehmung zu unserer einzig gültigen Wahrheit kann das nicht nur sehr unbequem, sondern gefährlich werden. Ein harmloses Video über Ernährung, Fitness oder Politik kann der Einstieg in ein sogenanntes Rabbit Hole sein. Algorithmen schlagen immer extremere oder spezifischere Inhalte vor. Wer sich einmal für ein Thema interessiert, bekommt immer mehr ähnliche Inhalte angezeigt. So entstehen digitale Echokammern, in denen andere Perspektiven kaum noch vorkommen. Das kann kritisches Denken erschweren und die eigene Sichtweise zunehmend bestätigen. Rabbit Holes können im schlimmsten Fall zur Radikalisierung beitragen. Extremistische Gruppen, Verschwörungsideologien oder demokratiefeindliche Akteure nutzen soziale Medien gezielt, um Menschen anzusprechen. Profile von Männern, die misogyne Botschaften verbreiten und völlig rückschrittliche Tradewife-Posts können die gesellschaftliche Entwicklung in eine ungesunde Richtung lenken. Dabei beginnt Radikalisierung selten mit extremen Inhalten. Oft erfolgt sie schrittweise. Harmlos wirkende Videos oder Beiträge führen über Empfehlungen zu immer radikalerem Content. Hinzu kommt die rasante Verbreitung von Falschinformationen. Nachrichten verbreiten sich heute innerhalb weniger Minuten – unabhängig davon, ob sie wahr oder falsch sind. Gerade in Krisenzeiten kann dies Ängste verstärken und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwächen. Da Algorithmen reisserische Inhalte fördern und so sachliche Diskussionen unter den Tisch fallen, bekommen provokante und polarisierende Beiträge eine Bühne. Es entstehen gesellschaftliche Spannungen, die den Dialog erschweren.
Aufmerksamkeit als Geschäftsmodell
Die wertvollste wirtschaftliche Ressource ist heute nicht mehr Öl oder Gold – sondern unsere Aufmerksamkeit! Plattformen konkurrieren um jede Minute unserer Zeit. Dafür werden psychologische Mechanismen genutzt, die möglichst lange Nutzung fördern:
endloses Scrollen
automatische Videowiedergabe
Push-Benachrichtigungen
Likes und soziale Belohnungen
personalisierte Empfehlungen
Je länger wir online bleiben desto mehr Werbung kann verkauft werden.
Technologische Abhängigkeit – wenn das Smartphone zum ständigen Begleiter wird
Für viele Menschen ist das Smartphone längst mehr als ein Kommunikationsgerät. Es dient als Kalender, Kamera, Unterhaltung, Navigation, Einkaufszentrum, Nachrichtenquelle und sozialer Treffpunkt. Problematisch wird es, wenn Menschen kaum noch Momente ohne digitale Reize erleben können. Langeweile, Warten oder Stille werden sofort mit dem Griff zum Smartphone überbrückt. Besonders Kinder und Jugendliche, deren Gehirn noch nicht ausreichend entwickelt ist, sind anfällig für diese Gewohnheitsbildung. Dies beeinflusst, welche Skills im Erwachsenenleben gut ausgeprägt sind oder auch nicht (Lesen, schreiben, rechnen) und wie wir mit unserer Umwelt kommunizieren.
Auswirkungen auf unsere Kommunikation und unsere sozialen Beziehungen
Digitale Medien ermöglichen Kontakte über große Entfernungen hinweg. Gleichzeitig verändert sich die Qualität zwischenmenschlicher Kommunikation. Gespräche werden häufiger unterbrochen, Aufmerksamkeit wird geteilt und persönliche Begegnungen durch digitale Kontakte ersetzt. Selbst bei persönlichen Verabredungen sind wir ständig abgelenkt, weil wir auch beim gemeinsamen Essen das Smartphone nicht wegpacken. Missverständnisse nehmen zu, weil Mimik, Gestik und Tonfall in schriftlicher Kommunikation fehlen. Studien zeigen mittlerweile, dass sich viele Menschen trotz permanenter Vernetzung einsamer fühlen als frühere Generationen, die zumindest eine Kindheit ohne Smartphone kennen.
Auswirkungen auf Bildung und Gehirnentwicklung
Unser Gehirn entwickelt sich durch Herausforderungen, die es zu lösen gilt und an denen wir und unser Gehirn buchstäblich wachsen. Das Lesen längerer Texte fördert die Konzentration, das Sprachverständnis und kritisches Denken. Rechnen trainiert logisches Denken und fördert Problemlösekompetenzen. Digitale Medien setzen dagegen häufig auf kurze Informationshäppchen, schnelle Bildwechsel und sofortige Belohnungen.
Dadurch besteht die Gefahr, dass:
die Aufmerksamkeitsspanne sinkt,
tiefes Lesen seltener wird,
Geduld beim Lernen abnimmt,
eigenständiges Denken zugunsten schneller Antworten zurückgeht.
Der zunehmende Einsatz von KI verändert Lernprozesse. Wenn Schülerinnen und Schüler Aufgaben vollständig von künstlicher Intelligenz lösen lassen, besteht das Risiko, dass grundlegende Kompetenzen weniger intensiv entwickelt werden. KI kann das Lernen sinnvoll unterstützen – sie sollte jedoch das eigene Denken ergänzen und nicht ersetzen.
Cybergrooming - Der „Feind im Kinderzimmer“
Noch nie hatten Kinder und Jugendliche so einfachen Zugang zu Informationen – aber auch zu Risiken.
Über das Smartphone gelangen problematische Inhalte direkt ins Kinderzimmer:
Gewaltvideos
Pornografie
Hassrede
Selbstverletzungsinhalte
Essstörungs-Communities
Glücksspielangebote
extremistische Propaganda

Zu den gefährlichen Inhalten gesellen sich Straftäter diretissimo in die Zimmer unserer Kinder. Beim Cyber Grooming lauert die Gefahr heimtückisch unter dem eigenen Dach. Über diverse Plattformen nehmen Erwachsene, die sich anfangs oft als Gleichaltrige ausgeben, gezielt Kontakt zu Minderjährigen auf, bauen Vertrauen auf und bereiten sexuelle Übergriffe vor. Das eigene Zuhause, der geschützte Raum, wird zum Tatort.
Love Scamming - Kriminalität im digitalen Raum
Beim Love Scamming geben sich Betrüger in sozialen Netzwerken oder auf Dating-Plattformen als potenzielle Partner aus. Durch sogenanntes "Lovebombing" entsteht relativ schnell das Gefühl einer emotionalen Bindung bei den Opfern, die dann gebeten werden, aus einer meist finanziellen Notlage zu helfen. Hier wird ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach Nähe schamlos ausgenutzt und die Opfer finanziell ruiniert und ihnen psychisch geschadet. Andere Straftaten im Internet sind Identitätsdiebstahl, Phishing, Erpressung, Sextortion (Erpressung mit intimen Inhalten), Online-Betrug, sexueller Missbrauch durch Deepfakes (brandaktuell) – Delikte, die mit voranschreitender Digitalisierung weiter zunehmen.
Gefahren - die wir nicht sofort am Schirm haben im wahrsten Sinne des Wortes
...aber vielleicht irgendwann auf der Windschutzscheibe. Ich hatte letzte Woche im Straßenverkehr wieder unterirdische, gefährliche Erlebnisse. Dieses Mal haben zwei Jugendliche die Straße gequert, mit dem Blick auf ihr Handy statt auf die Straße. Ich habe es tatsächlich auch schon erlebt, dass vor mir Schlange gefahren wurde, weil der Lenker irgendetwas als so wichtig befand, dass er schnellstmöglich über seinen Laptop, der am Beifahrersitz lag, reagieren musste- Tatsache! Oder Nachrichten zu schreiben oder zu lesen, während man mit dem Rad fährt- alles schon erlebt und jeder Autofahrer kann davon wohl ein Lied singen. Solche Menschen gefährden mit ihrem achtlosen Verhalten nicht nur sich selbst, sondern auch Andere. Und absolut gar nichts kann so wichtig sein, um das eigene und das Leben der Mitmenschen zu riskieren.
Die digitale Kommunikation wird von vielen Menschen als systemisch entgrenzt wahrgenommen. Das ist nicht die Schuld der digitalen Medien. Digitalisierung ist weder grundsätzlich gut noch schlecht. Man kann sie gewinnbringend einsetzen, sie hat unser Leben in vielen Bereichen vereinfacht und verbessert. Doch zeigt sich, dass technische Innovation ohne ethische Verantwortung und Medienkompetenz erhebliche Risiken birgt. Und diese Kompetenz müssen wir lernen, ob in der Schule oder anderswo - im Miteinander. Digitalisierung, das Smartphone.... war in der menschlichen Biologie (z.B. Hirnphysiologie) nicht vorgesehen, es liegt uns nicht. Nicht in der Natur und auch nicht in der Wiege.
"Die Katze ist aus dem Sack. Wir haben Mephisto geschaffen und in unser Leben geholt. Jetzt müssen wir damit umgehen." (Quelle: Mehr Nichts, Tobias Esch)
Gerade deshalb braucht es neben individueller Selbstfürsorge eine Gesellschaft, die digitale Kompetenzen fördert, Kinder und Jugendliche schützt, Eltern und Lehrkräfte stärkt und Plattformen stärker in die Verantwortung nimmt.
Im zweiten Teil von Digital Detox geht es darum, wie wir trotz Smartphone und Social Media wieder digitale Balance finden können – mit konkreten Strategien für den Alltag und meinen persönlichen Erfahrungen. Und einem PLUS an Videos, Buchempfehlungen, Hilfsangeboten und Anlaufstellen. Ich freue mich, wenn du wieder vorbeischaust Anfang Dezember. Falls du keinen Release verpassen möchtest, abonniere gerne den CORE-Newsletter oder werde Teil der SOULFOOD Blog-Comunity!
In diesem Sinne...
Sei dir wichtig & schau auf dich!
Achtzehnjährige verbringen immer mehr Zeit im Netz, vor allem in sozialen Netzwerken: https://www.aol.de/articles/achtzehnj%C3%A4hrige-verbringen-immer-mehr-zeit-082018000.html
Buchempfehlungen:
Die Smartphone-Epidemie - Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft von Manfred Spitzer
Unfiltered. Social Media und unser Körperbild von Julia Tanck
Status Offline von Peter Rössger
Aus gesundheitlicher Sicht wird empfohlen: mindestens eines dieser Bücher analog zu lesen ganz ohne Bildschirm, Seite für Seite umzublättern und den Geruch von Druckerschwärze und Papier wahrzunehmen. ;)
*Genderhinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde teilweise auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.






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